Ganz schlimm Poetisch

Tweet Klau, dieses Thema kommt immer mal wieder auf. Manche klauen den geistigen Ausstoß und statt den Tweet retweeten, oder wenigstens zu zitieren, twittern sie den Tweet einfach selber nochmal.
Manchmal kommt dann die „Hab den Spruch von nem Bildchen von Facebook!“ Ausrede (Meist steht da wenigstens der Urheber aufm Bild, doofe Ausrede also), manchmal aber auch „Den Tweet habe ich mir selbst ausgedacht!“ (Natürlich…. Mit dem Rechtschreibfehler den ich Hammel schon fabriziert habe, sicher sicher…. Arschloch! )
Aber, da gibt es noch dieses ganz besonders fiese parasitäre Individuum.  Den Typ Mensch, der krass dreist die Top Tweets bei Favestar etc. farmt, kopiert und in seinem Laptop abspeichert, wenn er dann genügend Tweets hat, werden sie auf schicke Seiten kopiert und ein Illustrator macht noch nen bisschen Schnickschnack drumherum. Dann wird das Ganze an einen Verlag geschickt und Zack haben wir den Bestseller. Da wir duseligen Twitterhoschis ja immer genug Content liefern, kann noch der Instagram und der Facebook Account mit schicken Bildchen, auf denen unsere Gedanken abgebildet sind, gefüllt werden und es reicht auch für ein zweites Buch. Es ist so einfach….

Wenn da nicht die fiesen Urheber der Texte< wären! Die sich dann und wann erdreisten, ihren Unmut über den parasitären Vorgang zu äußern.  Was fällt denen den bitte ein?
Dann stören die noch bei Instagram, Facebook mit ihren Beschwerden. Oder sie werden richtig dreist, sie versauen den schönen Schein mit schlechten Rezessionen bei Amazon. Da hilft nur Eines, sperren, blocken und mit Klage drohen. Schließlich sind wir ein Poet, steht ja so auch auf dem Buchcover und auf den Bildchen von mir bei Facebook und Instagram!

Also meine Meinung dazu ist ganz schnell und UnPoetisch verkündet.

Du bist das Allerletzte!
Deine Reime sind geklaut!
Du nennt uns eine Petze,
sei froh das dir keiner aufs Maul haut!
Schäm dich, du Poet, es könnt nicht schaden.
Hoffe du erstickst an dem Geld.
Schön wäre es, du Poet würden deine Bücher verrotten im Laden.
Das wäre das schönste Gefühl, der Welt!

Leeve Jroos
Euer Barschlamperich

*natürlich gibt es solche Poeten im wirklichen Leben nicht und es ist alles Fiktion und völlig unPoetisch.
Außerdem ist dieser Blogpost von einem Praktikanten geschrieben, der Mausgerutscht ist……

Helau Alarm

„Jedes Johr em Winter, wenn et widder schneit,
kütt dr Fastelovend un mir sin all bereit.
All de kölsche Jecke süht mr op dr Stroß,
selvs dr kleenste Panz de weeß
jetzt jeht es widder loss.“
- De Räuber, Wenn das Trömmelche jeht-

In 2 Tagen ist es wieder soweit,  das Rheinland und Teile Baden- Württembergs eskalieren für 7 Tage. 7 Tage an denen auch die letzten Hemmungen fallen und die letzten gesellschaftlichen Konventionen (kein Bier vor Vier z.B.) ausser Kraft gesetzt werden. Es ist die 5. Jahreszeit, der Ausnahmezustand, die Apokalypse des Hedonismus, es ist Karneval!

Auch in meiner Familie ist diese Zeit etwas Besonderes. Denn im Hause FeenGans steckt zu 50% jecke DNA. Die Herzfee kommt aus einem sogenannten „jecken Haushalt“. Ihr Vater, ein närrisches Urgestein im Dorfkarneval, war Materialwart und Vorstandsmitglied im lokalen Karnevalsverein. Die Herzfee und ihre Schwester ihr halbes Leben als Tanzmariechen auf den Bühnen des Karnevals zu Hause und auch sonst eine jecke Frohnatur.
Für mich war Karneval immer irgendwie suspekt. Ich komme aus der Karnevalsdiaspora Berlin und als ich mit 4 Jahren das erste Mal mit dem Karneval in Berührung kam, hatte ich eher Angst, als Freude vor dem bunten Treiben. Und auch später war es eher der Gruppenzwang, der mich durch die tollen Tage trieb. Später war es daher für mich kein Problem, das ich über Karneval arbeitete. Im Gegenteil, ich verdiente über die Karnevalstage teilweise soviel, das ich die Miete für mein kleines Apartement für das Jahr drinnen hatte und noch etwas Geld um den Monat mal etwas ruhiger machen zu können. Auch die späteren Jahre, war Karneval für mich 5 Tage arbeitstechnisch totale Eskalation, aber es lohnte sich und ich empfand Karneval zwar als harte Malocherschicht, mit anschließender Selbstzerstörung.
In dieser Zeit sah ich meine Familie eigentlich selten bis garnicht, die fiesen Nebenerscheiungen.
Von daher muss ich sagen, bin ich Heute froh über meinen Ausstieg aus der Gastronomie.
Ich gehe zwar nicht zu den Umzügen und halte mich von Sitzungen fern. Aber meine Kids und die Herzfee können ihren jecken Dämon frei lassen und sich dem Treiben hingeben.

Ich werde mir vielleicht die Stunksitzung im TV angucken, denn dort kann ich sogar etwas mit Karneval anfangen.

Da ich aber irgendwie doch Rheinisch- Assimiliert bin, wünsche ich euch Narren schöne jecke Tage und lasst es ordentlich krachen. Ab Mittwoch wird dann wieder das Lachen eingemottet, denn im Aschermittwoch ist Alles vorbei!

Leeve Jroos ung Helau
Euer Barschlamperich

Superbowl Sunday

Es ist wieder mal soweit, der Superbowl Sunday ist da und für mich seit vielen Jahrzehnten ein Feiertag. Auch wenn mein Team, die Green Bay Packers, es in der Zeit nur zwei Mal schafften, die Vince Lombardi Trophy nach Hause zu holen. Ich genieße den Superbowl, in den 90ern auf Parties der NFL Europe, viele Jahre lang dann im kleinen Rahmen, oder alleine mit meiner Herzfee. In den letzten Jahren wurde es aber wieder wilder. Denn durch die Übertragung von Pro7 Maxx und #ranNFL der gesamten Saison, für die ich den Machern sehr dankbar bin, wuchs auch das Interesse der Allgemeinheit am Football generell. Die Community wuchs und Typen wie ich waren keine kleine Minderheit mehr. Doch dieses Jahr eskaliert das Ganze etwas…. Wieso? Ganz einfach, jeder Discounter veranstaltet „Superbowl Woche“, Jelly Beans, Nachos, Chicken Wings, Burger…. Alles in Blau-Weiss-Rot gehalten… Stars and Stripes everywhere! Im lokalen Radio wird erklärt, wer gegen wen spielt und wer die Halbzeitshow macht. Pro7 überträgt und es gibt Dailynews aus dem Dorf im Norden der USA, der als Austragungsort des Superbowl LII auserwählt wurde auf Pro7 Maxx..
Jeder Mensch auf der Straße mutiert, mit Wissen aus dem „ranNFL Football Lexikon“ und dem Hörbuch von Coach Esume, zum Experten und gibt Tipps ab.
Es ist schön zu sehen, das es immer mehr Menschen gibt, die diesen Sport wertschätzen lernen. Aber, irgendwie bin ich froh die Jahre vor dem Hype erlebt zu haben.
Wenn die Philadelphia Eagles und die New England Patriots auf dem Feld der Ehre um den Sieg kämpfen, werde ich gemütlich futternd auf dem Sofa sitzen und den Abend genießen, wie jeden verdammten Sonntag die letzten Monate auch.
Ich werede mir Notizen für meinen Artikel auf http://www.packerfans.de machen und zwischendurch im Community Discord Chat der Packers Germany vorbei gucken. Bei Twitter unter dem Hashtag #ranNFL und #PackersGermany mit diskutieren und dummes Zeug schreiben. Also, für michbeher ein normaler Football Sonntag
Auch hoffe ich, die Menschen  gehen dann auch mal zu ihrem lokalen Football Team und genießen diese schöne und familiäre Atmosphäre und diesen großartigen Sport.

Leeve Jroos
Euer Barschlamperich

Vollmond

„Du bist voll, ich bin es auch.
Begoß‘ den Kummer tief unten in meinem Bauch. Der Tag ist gemein, nur die Nacht ist lieb.“

-Herbert Grönemeyer „Vollmond“-

Vollmond, du alte Drecksau! Raubst mir den Schlaf, wo eh kaum welcher ist.
So in etwa könnte ich mein Verhältnis zum Vollmond am Besten beschreiben. Die Nacht und ich sind alte Freunde, nur zur Vollmondzeit ist unser Verhältnis etwas belastet. Früher waren Vollmondnächte, für mich ein Garant für viel Arbeit und Stress. Die Leute versackten im Laden hart, soffen viel und suchten mehr Streit als sonst. Der Vollmond weckte das Tier in ihnen, oder der Schnaps. Jedenfalls waren diese Nächte immer lang und voller Adrenalin. Da ich von Klein an Probleme mit dem schlafen während des Vollmondes hatte, war mir die Länge der Arbeitszeit egal. Aber, war ich erst zu Hause, hatte ich noch soviel Adrenalin im Körper, selbst wenn es schon hell war, ich konnte nicht schlafen.
So sah ich in der Vollmondzeit immer aus wie ein Zombie, was immer zu Erheiterung der Gäste führte.
Nun bin ich seit knapp 1 1/2 Jahren aus dem Job raus und mein Leben hat sich stark geändert, bis auf die Sache mit dem verfluchten Vollmond.
Meine Schlafstörungen habe ich hier in diesem Blog ja schon mal thematisiert, die werden zur Vollmondzeit nun nicht besser. Jetzt könnte ich ja versuchen mir eine gewisse „Bettschwere“ anzutrinken, genug Schnaps wäre im Haus. Nur trinke ich ungern alleine und auch nur selten zu Haus. Mal abgesehen das ich fast garnix mehr trinke, weil mir bestimmte Sachen seit einiger Zeit einfach nicht mehr schmecken. Ich war schon immer ein Genusstrinker, was in meiner Branche recht unüblich war. Ich kann auch ohne Alkohol Spaß haben und arbeiten.
Aber, es ist durchaus belastend, bei wenig Schlaf noch weniger, von eben diesem Schlaf zu bekommen. Mal davon abgesehen, daß ich generell zuviele Macken, Ticks und Schäden habe, sind die Schlafstörungen so ziemlich das Ekeligste.
Es ist zwar für mich schwierig, wenn ich den Tisch an bestimmten Ecken immer aufgeräumt und frei brauche. Es ist für die KassiererInnen im Lidl und die Leute hinter mir echt anstrengend und befremdlich wirkend, wenn ich die  Sachen nach einem bestimmten System im Wagen und auf dem Band anordne und sie so auch wieder in den Wagen packe.
Aber auf die Schlafstörungen und die  darin enthaltenden Panikattacken, könnte ich gerne verzichten.
Naja, genug gemault und geklagt. Der Mond wird auch weniger und ich bekomme wieder 2 – 3 Stunden in der Nacht die Augen zu.

Bis dahin
Leeve Jroos
Euer Barschlamperich

Spuren und so….

„Wir Alle sollten uns unserer Sterblichkeit bewusst sein, denn das ist die einzige sichere Sache.“

Wir Alle hinterlassen unsere Spuren im Verlauf unseres Lebens. Durch unser Handeln, Kinder, besondere Leistungen und Kleinigkeiten, wie zum Beispiel im Internet. Das können Fotos, Websites, ein Rekord im Pokemon Go, oder Tweets sein.
Das wird mir immer dann bewusst, wenn jemand aus meinem Umfeld, was letztes Jahr sehr oft der Fall war, oder auch ein mir eigentlich unbekannter Mensch stirbt.
So geschah es auch letztes Wochenende wieder….
Als mir Gestern eine Avataränderung und ein trauriger Tweet mitteilten, das ein langjähriger Twitteruser plötzlich und ohne Vorwarnung aus dem Leben geschieden sei. Ich kannte seine Tweets von früher, folgte ihm auch einige Zeit (ca. 2013 ), aber irgendwie hatten ich ihn aus den Augen verloren und nur selten spülen andere UserInnen noch Tweets von ihm in meine Timeline. Er war etwas jünger als ich, verstand es aber mit Worten umzugehen. Sein Humor und seine Kreativität sorgten dafür, daß ihm mehr als 5000 Menschen folgten. Sowas nennt sich bei Twitter dann „Elite“.

„Du bist niemand wichtiges, hast keine Airtime im TV und Radio, stehst nie in der Zeitung. Aber, du hast etwas zu sagen, annst dies verdammt gut aufschreiben und viele Menschen folgen dir deswegen, das ist diese Elite.“
So erklärte mir dieses „Elite“ bei Twitter mal ein lieber Mensch. Also, dann war @Bretzelmann einer dieser „Elite- User“.

“ Ich lieg hier und der Controller ist 2 Meter entfernt.
*baut im Liegen ein hochkomplexes Greifgerät aus Alltagsgegenständen*“

- @Bretzelmann -

Jetzt ist dieser Mensch aus dem Leben gerissen worden, ohne Vorwarnung und seine Familie und Freunde sind geschockt und in tiefer Trauer. Sie denken jetzt sehr viel an ihn und seine Spuren bei ihnen. Sie können den Verlust nicht begreifen und suchen nach Antworten auf die eine Frage….. Wieso?
Ihnen hinterlässt er viele gute Erinnerungen, Momente voll Glück, Freude, aber bestimmt auch voll Angst, Trauer und Wut, die sie aber bestimmt noch mehr zusammen gebracht hat. Was ich Heute lesen konnte, war er im realen Leben genauso schlagfertig und  humorvoll, wie bei Twitter. Das ist nicht sehr selbstverständlich.

Wir sollten uns geehrt fühlen.
Er hinterlässt auch uns etwas von sich, seine Tweets. Seine Gedanken, humorvolle überspitzte Anmerkungen und manchmal auch einfach nur eine Blödelei. Sie sind für uns weiter nachlesbar und sie zeigen uns, wir können auch Spuren bei vielen Menschen hinterlassen, ohne wichtige Menschen zu sein.

Ich möchte mein tiefstes Beileid an die Familie und Freunde aussprechen. Ich wünsche euch in dieser schweren Zeit, viel Kraft und Energie.

Ruhe in Frieden Bretzelmann!

Wir sollten uns wirklich im Klaren sein, das Abenteuer Leben kann schneller beendet sein, als uns wirklich lieb ist. Also sollten wir unsere Spuren hinterlassen, solange es uns Möglich ist.

Leeve Jroos
Euer Barschlamperich